Löwendenkmal

Löwendenkmal

Skulptur Kriegerdenkmal

Künstler: Melchior Anton zur Strassen

Jahr: 1869

Das Löwendenkmal in Dortmund ist das älteste erhaltene Kunstwerk im öffentlichen Raum der Stadt. Die Skulptur erinnert an zehn im Deutschen Krieg von 1866 gefallene Soldaten aus Dortmund und folgt in ihrer Gestaltung einer Replik der Löwenskulptur Christian Daniel Rauchs, die auf dem Grab des preußischen Generals Gerhard Johann David von Scharnhorst in Berlin steht. Der ruhende Löwe, gefertigt aus bronziertem Eisen, ruht mit gesenktem Kopf auf einer Vorderpfote, während die andere leicht über den Rand des mehrstufigen Sockels aus rötlichem Granitstein hinausragt. Die Inschriften an den Seiten des Monuments ehren die gefallenen Soldaten mit den Worten: Rechte Seite: "IHREN TAPFEREN SÖHNEN DIE STADT DORTMUND." Linke Seite: "ES STARBEN DEN HELDENTOD FÜR KÖNIG UND VATERLAND 1866." Darunter folgen die Namen der Verstorbenen. Mit einer Höhe von 2,50 Metern und einer Breite von 2,20 Metern ist das Denkmal imposant, doch seine Wirkung geht über die reine Monumentalität hinaus. Die Ikonografie des Löwen als Sinnbild für Stärke, Mut und Treue verleiht dem Denkmal eine heroische Konnotation, die – insbesondere aus heutiger Perspektive – Fragen nach der Funktion und Botschaft solcher Erinnerungsorte aufwirft. Ursprünglich am Königswall errichtet, wurde das Löwendenkmal später an das Westentor versetzt und befindet sich seit 1952 im Westpark. Diese Ortswechsel verdeutlichen die sich wandelnden Bedeutungen und gesellschaftlichen Funktionen des Denkmals. Während es im 19. Jahrhundert als Ausdruck von Patriotismus und preußischer Loyalität errichtet wurde, geriet es im Laufe der Jahrzehnte zunehmend in den Fokus kritischer Auseinandersetzungen. Die explizite Bezugnahme auf den „Heldentod für König und Vaterland“ offenbart eine heroische Erzählweise, die Krieg nicht als Katastrophe, sondern als ehrenvoll darstellt. Trotz seines geschützten Status als Denkmal wurde es mehrfach mit Graffiti besprüht – ein Zeichen dafür, dass es für einige als problematisches Symbol wahrgenommen wird. Die wiederholte Reinigung durch die Stadtverwaltung zeigt das Spannungsfeld zwischen dem Schutz historischer Denkmäler und zeitgenössischer Kritik an ihrer Aussagekraft. Bald soll das Denkmal zum Löwengehege in den Dortmunder Zoo versetzt werden.