Gaskolbenmaschine
Künstler: Reinold Knümann
Jahr: 1938
Die "Gaskolbenmaschine" ist ein markantes Beispiel für Industriekunst und wurde 1938 von der Friedrich-Wilhelm-Hütte in Mülheim-Meiderich gefertigt. Als Teil eines Ensembles industrieller Objekte, die zwischen 1979 und 1981 auf dem Campus Nord der TU Dortmund in Dortmund-Barop installiert wurden, repräsentiert sie das Erbe des Bergbaus und der Schwerindustrie in der Region. Die Konzeption dieses Skulpturenensembles geht auf Reinold Knümann zurück, den damaligen Regierungsbaudirektor des Staatshochbauamtes für die Universität Dortmund. Nachdem die Maschine im Hochofenwerk Phoenix nicht mehr effizient genug arbeitete, spendete die Hoesch-Hüttenwerke AG sie zur Aufstellung als Industriedenkmal. Im März 1980 wurden Teile wie das Schwungrad mit 6,00 m Durchmesser, eine rund 11,50 m lange Kurbelwelle sowie eine über 5,00 m lange Pleuelstange auf dem Universitätsgelände platziert. Über vier Jahrzehnte trieb diese Doppeltandem-Zwillingsmaschine ein Gebläse zur Winderzeugung an. Die Beschilderung am Rand enthält Informationen zu Betriebsweise und technischen Daten: „SCHWUNGRAD MIT KURBELWELLE EINER GASKOLBENMASCHINE DER HOESCH HÜTTENWERK AG DORTMUND / DIE MASCHINE DIENTE VON 1938 BIS 1979 DEM ANTRIEB EINES WINDGEBLÄSES ZUR HOCHOFENWINDERZEUGUNG IM HOCHOFENWERK PHOENIX / HERSTELLER: FRIEDRICH-WILHELM HÜTTE MÜLHEIM-MEIDERICH BJ 1938 / STIFTUNG: HOESCH HÜTTENWERKE AG DORTMUND 1980“; Tafel: „GASKOLBENMASCHINE / Die Gaskolbenmaschine wurde 1938 von der Friedrich-Wilhelm-Hütte in Mülheim-Meiderich als Doppeltandem- Zwillingsmaschine hergestellt. Sie diente über 40 Jahre dem Antrieb eines Gebläses für die Winderzeugung im Hochofenwerk Phoenix und wurde 1979 durch ein Turbogebläse abgelöst. Die Hoesch-Hüttenwerke AG Dortmund spendete 1980 nach der Ausmusterung Teile dieser Gaskolbenmaschine für die Aufstellung als Industriedenkmal im Universitätsgelände. Das Gewicht der gespendeten Teile beträgt ca. 120 to. Betriebsweise und technische Daten der Anlage Start der Doppeltandems-Zwillingsmaschine durch Beaufschlagung von zwei Zylindern mit 25 atü Druck ·Ansaugen von Gichtgas und Luft in die Verbrennungsräume bei den ersten Hin- und Herbewegungen der Kolben ·Zünden des Gichtgasgemisches nach dem Verdichten durch vier am Zylinder angebrachte Gleichstromzündapparate· Entlasten des starrgekuppelten Kolbengebläses während des Startvorganges durch Öffnen der Saugventile· Abschalten der Druckluft-Anfahrhilfe nach Übernahme der Leerlaufleistung durch den Verbrennungsmotor· Anpassen der Leistung des Verbrennungsmotors an den Bedarf des Gebläses durch Verändern der Füllung und Anpassen des Zündzeitpunktes· Zur Verbesserung des Gleichlaufs der Maschine war das Kolbengebläse mit einem 6 Meter großen Schwungrad ausgerüstet. Diese große Schwungmasse ermöglichte das Betreiben der Anlage in einem großen Drehzahlenbereich. Verbrauchte Gichtgasmenge 185 Normal m³/min bei 3400 kcal/ kWh / Erzeugt Windmenge 1850 bis 1660 m³/min Winddruck max. 1.33 bar/ Leistung 3500 kW effektiv/ 4150 kW indiziert Drehzahl 40-80 U/min. / Hubvolumen (Kraft) 13,76 m³ Hubvolumen (Wind) 29,80 m³“; Signatur rechter Rand der Tafel: "Reinold Knümann". Diese Industrieskulptur dient nicht nur als Denkmal einer vergangenen Epoche, sondern auch als Lehrmittel für Studierende und verbindet somit Vergangenheit mit Bildungszwecken.
