Graugussschnecke

Industriekunst

Künstler: Reinold Knümann

Jahr: 1942

Die "Graugussschnecke" ist eine markante Industrieskulptur, die Teil eines Ensembles von Industrieobjekten auf dem Campus Nord der Technischen Universität in Dortmund-Barop ist. Diese Skulpturengruppe wurde zwischen 1979 und 1981 installiert und geht auf das Konzept von Reinold Knümann vom Staatshochbauamt für die Universität Dortmund zurück. Das etwa 2,50 m hohe Spiralgehäuse eines Gebläses besteht aus Grauguss und diente ursprünglich zur Gasverdichtung in den Chemischen Werken Hüls. Im Jahr 1942 fertigte die Firma W. Kühnle, Kopp & Kausch AG dieses industrielle Bauteil an, welches im Lichtbogenprozess zur thermischen Spaltung von Erdgas und anderen Kohlenwasserstoffen beitrug – ein Prozess, bei dem unter anderem Acetylen entstand. Im April 1980 erhielt das Objekt einen neuen Standort auf einer Grünfläche zwischen den Gebäuden der Chemie- und Physikfakultät der TU Dortmund. Die orange Schneckenskulptur präsentiert sich jedoch nicht in ihrer originalen Arbeitsposition; sie wurde vielmehr aus ästhetischen Gründen um 90 Grad gedreht. Auf einem Betonsockel montiert, richtet sich das Schneckengehäuse nun empor und verleiht dem Raum eine dynamische Note. Die Transformation des funktionalen Industrieteils zu einem Kunstwerk spiegelt die Verbindung von Technik und Ästhetik wider und zeichnet ein Bild des industriellen Erbes Dortmunds.