Ohne Titel
Künstler: Rudolf Winzer
Jahr: 1922
Auch wenn es nicht die realen Begebenheiten unter Tage zeigt, ist dieses Werk dennoch ein beeindruckendes Zeugnis der Bergbauregion. Entstanden ist das Relief zusammen mit der Siedlung „Am Kanal“, die 1921/22 als moderne, gartenstädtisch geplante Bergarbeitersiedlung mit über 700 Wohneinheiten von Rudolf Winzer architektonisch geplant wurde. Das Torhaus, an dem das Relief angebracht ist, markiert den Haupteingang der Siedlung und verweist somit bereits vor dem Betreten, wer hier ursprünglich hauste. Ein Relief ist eine Werkform, in der Skulpturen aus dem Material nicht vollständig plastisch herausgearbeitet werden, sondern auf einem Untergrund verhaftet bleiben. Reliefs sind wie hier häufig an Wänden befestigt, da sie in der Regel keine gestaltete Rückseite aufweisen. Durch den tief ausgehöhlten Hintergrund treten die Figuren hier plastisch aus dem hellgrauen Muschelkalkstein hervor. Das Bergbaurelief am Torhaus zeigt fünf Kumpel: in der Mitte sitzt ein Bergmann mit Grubenlampe, um ihn herum bearbeiten die Männer das Gestein mit Schlägel, Eisen und Bohrer. Rechts bringt ein Bergarbeiter die abgebaute Kohle weg. Alle fünf verdeutlichen die anstrengende körperliche Arbeit und prekären Arbeitsbedingungen unter Tage. Allerdings sind die Männer auch entschlossen und kraftvoll dargestellt, was möglicherweise als Ansporn für die Bergleute dienen sollte, die täglich durch das Torhaus gelaufen sind.
