Formation
Künstler: Siegfried Erdmann
Jahr: 1971
Die Plastik "Formation" von Siegfried Erdmann, geschaffen im Jahr 1971, ist ein eindrucksvolles Beispiel abstrakter Kunst aus Stahlbeton. Mit einer Länge von 4,50 m und einer Höhe von 2,30 m steht das Werk auf dem Gelände der Johannes-Wulff-Schule in Dortmunds Innenstadt-West. Trotz seines Gewichts von 12 Tonnen wirkt es durch seine Hohlheit fast leicht. Die vier vertikal angeordneten Elemente sind an ihrer Basis so miteinander verbunden, dass sie eine organisch wirkende Struktur formen. Die Oberfläche des Betons ist leicht bemoost und erinnert dadurch an Naturstein. Abgerundete sowie unregelmäßige kubistische Formen prägen die langgestreckten Blöcke und verleihen ihnen Lebendigkeit. Der Kontrast zwischen offenen und geschlossenen Flächen schafft ein Spiel aus Licht und Schatten. Erdmanns Werke zeichnen sich generell durch einfache blockhafte Formen aus, die sich vom Naturalismus zur Abstraktion entwickelt haben. Er fertigte detaillierte Modelle seiner Skulpturen für den Gussprozess an, welche er in seinem privaten Skulpturengarten platzierte. Der Künstler betonte die Bedeutung reiner Formgebung in der Bildhauerei – narrative oder literarische Aspekte sollten eliminiert werden; ein Prinzip, das auch bei "Formation" Anwendung fand. Seine Arbeiten laden zu assoziativer Interpretation ein und strahlen selbst in reduzierter Form Monumentalität aus. Bis Mitte der 1960er Jahre spiegelten Erdmanns plastische Arbeiten persönliche Lebenserfahrungen wider – darunter Werke wie "Die Hungernde", "Der Bettler" und "Der Blinde", die die Nachkriegsjahre thematisieren.
