Eisengießerbrunnen
Künstler: Wilhelm Fassbinder
Jahr: 1903-1906
Der ca. 7,00 m hohe "Eisengießerbrunnen" in Dortmunds Innenstadt-Nord, eine Rekonstruktion des ursprünglichen Steinplatzbrunnens von Wilhelm Fassbinder aus dem Jahr 1903, ist ein achteckiger Brunnen aus Sandstein und Bronze. Zwei Wasserbecken sind übereinander angeordnet, wobei das obere kleiner dimensioniert ist. Im Zentrum erhebt sich auf einem kunstvoll verzierten Sockel die Figur eines Mannes im Akt des Eisengießens: gebeugt, mit vorangestelltem linken Bein und einer Gießerkelle in beiden Händen. Der linke Arm ist auf Schulterhöhe gestreckt, der rechte weist nach unten – eine Darstellung körperlicher Anstrengung und Konzentration. Die dunkelgrüne Farbgebung der Figur unterstreicht ihre Bedeutung als Denkmal für die Arbeiterklasse. Die Bürgerschaft Dortmunds finanzierte sowohl das Original als auch die Rekonstruktion durch Spenden und bürgerschaftliches Engagement. Nachdem das Original während des Zweiten Weltkrieges verschwand, wurde 1990 am heutigen Freiherr-vom-Stein-Platz die detailgetreue Nachbildung errichtet. Für diese Wiederherstellung zeichnete Jan Bormann für die steinerne Architektur und Reinhold Kostrzewa für die Bronzearbeiten verantwortlich; gegossen wurde sie von der Kunstgießerei Schwab in Münster. Abweichend vom Original besteht die Brunnenarchitektur nun aus „Berbinger Granit“ mit edelgelber Schimmerung. Embleme am Postament repräsentieren verschiedene Industriezweige wie Maschinenbau oder Schiffbau und ehren damit Dortmunds industrielle Vergangenheit. Die lebensgroße Figur mit ihrem charakteristischen Schnauzbart bleibt ein identitätsstiftendes Symbol für den Stadtteil und das Ruhrgebiet insgesamt.
