7 kreative Outdoor-Aktivitäten für den Sommer
15.08.2025

Bisher war der Sommer eher ungemütlich – zu regnerisch, stürmisch und kalt oder drückende Hitze, bei der man lieber in der kühleren Wohnung bleibt. Doch wir wollen unseren Sommer nicht drinnen verbringen, sondern auch mal frische Luft schnappen! Die warmen Monate sind perfekt, um draußen Kunst zu erleben und zu erschaffen. Ob im Park, im Vorgarten oder am Strand – es gibt unzählige Möglichkeiten, draußen kreativ zu werden und neue Aktivitäten auszuprobieren. Diese Liste kannst du mit Freunden oder deiner Familie abhaken, für jung und alt ist etwas dabei:

1. Draußen zeichnen oder malen – Inspiration unter freiem Himmel

Bei einem Spaziergang verändert sich dein Blickfeld ständig und du kannst 1000 neue Eindrücke sammeln, die du in deinem Skizzenburch festhalten kannst. Dabei ist die Tradition des En plein air Malens schon alt: Der Begriff En plein air stammt aus dem Französischen und bedeutet „im Freien“. Diese Maltechnik wurde im 19. Jahrhundert vor allem von den Impressionisten populär gemacht. Künstler wie Claude Monet oder Pierre-Auguste Renoir verließen ihre Ateliers, um Landschaften, Licht und Atmosphäre direkt vor Ort festzuhalten. Möglich wurde dies unter anderem durch die Erfindung der tragbaren Farbtube, die es erlaubte, Ölfarben einfach mitzunehmen.

Heute brauchst du nicht einmal Farbtuben und Pinsel. Auch Aquarell, Buntstift, digitales Zeichnen auf dem Tablet oder Mixed Media sind möglich – die direkte Arbeit draußen fördert den Blick für Farben, Licht und Details.

So gelingt En plein air zeichnen heute:

  • Ort auswählen: Suche dir einen geeigneten Platz mit interessanter Perspektive, etwa in einem Park, im Wald oder an einer belebten Straße. Bei heißen Temperaturen ist ein Sitzplatz im Schatten am besten.
  • Sitzplatz suchen: Im Stehen ist zeichnen zwar auch möglich, aber weniger bequem, also suche dir eine Bank oder bring dir eine Picknick Decke mit.
  • Schnell arbeiten: Die Szene verändert sich, also lieber mit lockeren Skizzen beginnen und Details später ergänzen.

Das brauchst du dafür:

  • Skizzenblock oder loses Papier mit einer festen Unterlage
  • Stifte oder Farben nach Bedarf, z.B. Bleistifte oder Buntstifte
  • Klapphocker oder Picknickdecke

2. Skulpturenpark in deiner Nähe entdecken

Skulpturenparks sind wahre Schatzkammern für Kunstfans. Jeder Rundgang bietet neue Blickwinkel und spannende Motive. Nutze die Gelegenheit, Eindrücke fotografisch oder zeichnerisch festzuhalten.

In Bochum gibt es zum Beispiel den Schlosspark Weitmar, der sich gut mit einem Besuch des Museum unter Tage oder der Situation Kunst verbinden lässt, falls es draußen zu heiß wird. Im Park stehen viele Kunstwerke versteckt zwischen Bäumen oder neben einem malerischen See. Und das beste: Der Park ist jederzeit offen und komplett kostenlos zu besichtigen. Hier sind einige Beispiele aus dem Park von Haus Weitmar:

In Herne gibt es zum Beispiel den Skulpturenpark an den Flottmann-Hallen, in Duisburg den Skulpturenpark am Lehmbruck-Museum, in Wuppertal gibt es den Skulpturenpark Waldfrieden (dieser kostet allerdings Eintritt) und im Westfalenpark Dortmund gibt es auch zahlreiche Kunstwerke an der frischen Luft zu erkunden. Dort lohnt sich auch ein Aufstieg auf den Florianturm, von dem aus du nicht nur einen tollen Blick über die Stadt hast, sondern auch über die zahlreichen Kunstwerke (Park und Turmaufstieg sind jedoch auch kostenpflichtig).

3. Fotoshooting vor Kunstwerken

Keine Kamera? Kein Problem! Auch mit dem Handy kannst du tolle, künstlerische Fotos schießen. Ein Fotoshooting vor Skulpturen, Wandmalereien oder Installationen macht Kunst interaktiv erlebbar. Die Bilder lassen sich anschließend kreativ weiterbearbeiten oder für eigene Projekte verwenden. Probier doch mal folgende Ideen aus, um aus einem normalen Schnappschuss eine künstlerische Fotografie zu machen:

  • Perspektivenwechsel: Fotografiert aus der Hocke, von oben oder durch Spiegelungen.
  • Interaktion mit Kunst: „Lehnt euch“ an Skulpturen, „haltet“ ein Kunstwerk in der Hand oder setzt euch in Pose wie die Figur vor euch.
  • Schatten und Silhouetten: Nutzt das Sonnenlicht für dramatische Effekte.
  • Bewegung einfangen: Tanzen, Drehen, Laufen – alles, was Dynamik bringt.

Falls du nicht weißt, wo du coole Murals, Skulpturen oder Lichtkunst finden kannst, schau doch mal in die Artventure App rein. Dort siehst du nicht nur Kunstwerke in deiner Nähe, sondern kannst auch nach der Kunstart filtern, z.B. nach Wandbildern.

2. Eine eigene Postkarte gestalten – sommerliche Grüße versenden

Dafür musst du nicht einmal in den Urlaub fahren. Überlege dir: Wie würdest du deine Heimat auf einer Postkarte festhalten? Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten? Was sind deine Lieblingsorte? Welches Essen ist besonders wichtig für dich und deine Heimat? Sei doch mal wieder Tourist in deiner eigenen Stadt. Gehe mit offenen Augen durch die Gegend und fange aufmerksam kleine Details ein.

Diese Aktivität kannst du sowohl allein als auch mit Freunden machen. Nehmt euch dazu festes Papier, bunte Stifte und Kugelschreiber mit und schneidet den Karton auf Postkartengröße aus. In manchen Bastelgeschäften gibt es sonst auch blanko Postkarten zum selbst gestalten zu kaufen. Jetzt geht es ans Zeichnen und kreativ werden: Macht euch erst eine Skizze, sammelt die verschiedenen Motive, die auf eure Postkarte sollen und überlegt euch eine Komposition. Vielleicht findet ihr unterwegs auch einen Touri-Laden mit Postkartenständer, bei dem ihr euch inspirieren lassen könnt? Vergleicht am Ende eure Motive und verschickt sie an andere oder hängt sie an euren Kühlschrank, um euch immer an diesen Sommertag zu erinnern. Diese handgemachten Kunstkarten sind nicht nur schöne Erinnerungsstücke, sondern auch perfekt für einen Gruß an liebe Menschen.

5. Mit Kreide zeichnen – temporäre Straßenkunst

Kreide ist nur was für Kinder? Von wegen! Wann hast du das letzte mal etwas mit Kreide auf die Straße gezeichnet? Eine Freundin von mir brachte mich auf diese geniale Idee, denn auf ihrer Geburtstagsfeier holte sie eine Packung Kreide raus und lud alle Gäste ein, ein großes Bild zu erschaffen. Witzig ist es, wenn jeder eine andere Farbe bekommt oder alle unter einem gemeinsamen Motto etwas erschaffen können. Straßenkunst mit Kreide ist vergänglich, aber gerade das macht ihren Reiz aus. Gestalte gemeinsam mit Freunden oder Familie farbenfrohe Motive auf Gehwegen und Plätzen. Kreide gibt es günstig in Bastelläden zu kaufen, aber vielleicht hast du ja sogar noch welche im Keller oder Schuppen liegen? Nutze jetzt im Sommer die Gelegenheit und suche sie heraus. Und das Beste daran: selbst wenn es kein Meisterwerk wird, ist es kein Problem. Denn mit dem nächsten Regen (oder dem Gartenschlauch) ist alles wieder weg. Und falls es doch gut wird: eine Foto hilft, sich an den Tag im Freien zu erinnern.

6. Mit der Artventure App kostenlos Kunst entdecken

Weißt du noch nicht, welche Kunstwerke es in deiner Nähe gibt oder möchtest du mehr über ein bestimmtes Werk erfahren? Dafür haben wir die Artventure App für Kunst im öffentlichen Raum entwickelt. Die App ist komplett kostenlos und ohne Werbung. Ich habe sie erschaffen, weil ich ein riesen Fan von Kunst im öffentlichen Raum bin und es möglichst einfach für alle machen wollte, mehr darüber zu erfahren. Du kannst dich entweder auf der interaktiven Karte nach Kunstwerken umschauen oder eine fertige Route auswählen und Kunstwerke in einem Stadtviertel erkunden. Das macht auch mit Freunden oder der Familie viel Spaß. Es kommen auch immer wieder neue Kunstwerke dazu, es lohnt sich also, zwischendurch in die App zu schauen.

Hier sind einige Kunstwerke, die du in der App finden kannst:

Cubecrack 1
Cubecrack 1

HD Schrader

Chip
Chip

Stefan Sous

Passage
Passage

Wilfried Hagebölling

7. Kreative Fotogramme – mit der Sonne malen

Hast du schon mal mit der Sonne gemalt? Die Technik selbst heißt Cyanotypie – ein fotografisches Edeldruckverfahren aus dem 19. Jahrhundert, bei dem mithilfe von Sonnenlicht und einer Eisen(III)-Verbindung tiefblaue Bilder entstehen. Das Papier im Set ist mit einer lichtempfindlichen Eisenlösung beschichtet. Es handelt sich meist um schweres Zeichen- oder Aquarellpapier, das vorher mit einer Mischung aus Kaliumferricyanid und Ammoniumeisen(III)-citrat bestrichen und getrocknet wurde. Durch UV-Licht (z. B. Sonnenlicht) verändert sich die chemische Struktur und überall, wo die Sonne hinkam, färbt sich das Papier blau. Andere Stellen, die zum Beispiel durch Blätter verdeckt waren, bleiben weiß. Damit kannst du gut experimentieren und verschiedene Objekte mit einem interessanten Umriss sammeln. Solche Sun Print Kits gibt es in Bastelläden oder im Onlinehandel zu kaufen. Verbinde es doch mit einem Spaziergang durch die Natur und schaue, welche Blätter, Früchte oder Blüten du auf dem Boden findest.

So funktioniert’s:

  • Lege ein Blatt des lichtempfindlichen Papiers auf eine Unterlage.
  • Platziere deine Objekte darauf und decke alles mit der Glasplatte ab, damit nichts verrutscht.
  • Lass das Papier für ein paar Minuten in der Sonne liegen – das Licht „zeichnet“ die Silhouetten der Objekte.
  • Wenn die Farbe heller wird, nimm die Objekte vorsichtig ab.
  • Spüle das Papier kurz mit Wasser ab und lass es trocknen – fertig ist dein blau-weißes Kunstwerk!

Das Beste: Du kannst mit Formen, Transparenzen und Überlagerungen experimentieren und so jedes Mal ein einzigartiges Bild gestalten.

Worauf wartest du? Ab nach draußen und den Sommer genießen☀️🖌️

Mit diesen sieben Aktivitäten wird jeder Ort zum Atelier. Mit offenen Augen durch den öffentlichen Raum zu gehen, heißt, überall Inspiration zu finden. Also schnapp dir deine Freunde, dein Skizzenbuch oder deine Kamera – und mach den nächsten sonnigen Tag zu deinem persönlichen Kunstabenteuer. Schreib gerne in die Kommentare, welche Aktivität du am liebsten machen möchtest oder welche dir sonst noch einfallen.


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