Emil Schumacher
Emil Schumacher, geboren in Hagen, war ein prägender deutscher Maler des Informel. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an der Kunstgewerbeschule Dortmund und später lehrte er als Professor an den Hochschulen für Bildende Künste in Hamburg und Karlsruhe. International bekannt wurde Schumacher durch seine Teilnahme an renommierten Ausstellungen wie der Biennale von Venedig und mehrfach an der documenta in Kassel. Sein künstlerisches Schaffen zeichnet sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit Materialität aus; so integrierte er häufig Fundgegenstände wie Holz, Steine oder Asphalt in seine Werke.
Schumachers Gemälde sind geprägt von einem pastosen Farbauftrag und einer physischen Präsenz, die Betrachtende unmittelbar anspricht. Er erforschte das Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, wobei figurative Elemente stets auf das Wesen eines Gegenstandes abzielten. Die Bilder wirken oft archaisch und lassen Assoziationen zu Naturlandschaften zu.
In seinen Arbeiten manifestiert sich ein Dialog mit dem Material – es dient ihm sowohl als Inspiration als auch als Widerstand. Der Aktionsraum seiner Leinwände wird dabei nicht selten gewaltsam bearbeitet, was den Werken eine rohe Energie verleiht. Im öffentlichen Raum finden sich seine Arbeiten unter anderem im Berliner Reichstag sowie in der U-Bahn-Station Colosseo in Rom.
Das Emil-Schumacher-Museum in Hagen ehrt sein Andenken seit 2009. Zu seinen späten Werken zählt beispielsweise eine Wandarbeit aus Keramik und Glasur ohne Titel aus den Jahren 1994 bis 1995, welche die charakteristischen Merkmale seines Stils widerspiegelt: materielle Intensität gepaart mit emotional geladener Gestikulation.
