Ohne Titel
Künstler: Emil Schumacher
Jahr: 1994-1995 (?)
Die Wandarbeit aus Keramik und Glasur, ein Werk des Hagener Informel-Künstlers Emil Schumacher, ziert seit 1995 das Jobcenter an der Steinstraße 39 in Dortmunds Innenstadt-Nord. Auf einer Fläche von sechs mal acht Metern breiten sich 128 glänzende Keramiktafeln aus, deren dunkelbraune Oberfläche mit blauen Farbklecksen, weißen Tupfen und einer waagerechten unterbrochenen Linie verziert ist. Diese Elemente könnten als Horizont interpretiert werden, während ein unvollendeter weißer Kreis im linken Bilddrittel über der Linie an eine Sonne erinnert. Schumachers intuitive Handführung zeigt sich in dem stellenweise pastosen Farbauftrag der blauen Glasur. Die Signatur "Schumacher 94" findet sich unten rechts auf dem Kunstwerk; zusätzlich weist eine Inschrift auf die Herstellung durch die "Lothar Herrmann Keramische Werkstätten" hin. Das halböffentliche monumentale Kunstwerk ist im Treppenhaus an der Westseite des Gebäudes zu sehen und erstreckt sich über zwei Stockwerke, wodurch es mit der Architektur verschmilzt und je nach Standort unterschiedlich wahrgenommen wird. Von außerhalb betrachtet interagieren Lichtreflexionen mit den keramischen Platten und beeinflussen so den Eindruck des Betrachters. Emil Schumacher, geboren 1912 und gestorben 1999, war ein bedeutender Vertreter des Informel – einer Kunstrichtung, die klassische Kompositionsprinzipien sowie geometrische Abstraktion ablehnt. Er wandte sich erst spät in seiner Karriere der Keramikkunst zu; neben diesem Werk schuf er auch eine Mosaikwand für die Metrostation „Colosseo“ in Rom. Für seine künstlerischen Leistungen wurde Schumacher vielfach ausgezeichnet und erhielt unter anderem 1992 die Ehrendoktorwürde der Universität Dortmund.
