Ferdinand Kriwet
Ferdinand Kriwet wurde 1942 in Düsseldorf geboren und war ein deutscher Künstler, Autor und Medienkünstler. Ohne Schulabschluss veröffentlichte er mit 19 Jahren sein erstes Buch „Rotor“, einen experimentellen Text ohne Anfang und Ende.
Seine künstlerische Laufbahn begann in den frühen 1960er Jahren mit sogenannten „Sehtexten“, in denen er Sprache visuell gestaltete und Literatur aus dem Buch auf Plakatwände, Textfahnen und Neoninstallationen verlagerte. Parallel dazu entwickelte er eine neue Form des Radios: akustische Collagen aus Sprache, Musik und Medienzitaten, die er als Hörtexte bezeichnete. Kriwet realisierte Mixed-Media-Shows in Kinos, Kirchen und Kunsthallen, trat bei den Essener Songtagen 1968 auf und nahm am internationalen Diskurs zu konkreter Poesie und Klangkunst teil. In den 1970er Jahren entstanden Arbeiten im öffentlichen Raum, etwa für den Düsseldorfer Landtag und den U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee.
Er war Mitglied im Deutschen Künstlerbund und mehrfach auf der Documenta vertreten. Seine frühen Radiowerke wurden 2007 erstmals auf Tonträgern veröffentlicht. Ferdinand Kriwet starb 2018 in Bremen.
