Josef Rikus
Josef Rikus war ein deutscher Bildhauer aus Paderborn, der vor allem mit Holz, Stein, Beton, Bronze und anderen Metallen arbeitete und dessen Schaffen sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte. Nach dem Abitur in Paderborn begann er eine handwerkliche Ausbildung als Steinmetz und vertiefte seine künstlerischen Fähigkeiten bei Eugen Senge-Platten sowie später bei Karl Knappe in München. Seine Werke zeichnen sich durch eine Mischung aus verhaltener Zartheit und expressionistischer bis konstruktivistischer Strenge aus.
Rikus' Kunst ist an vielen öffentlichen Orten präsent: von den Betonreliefs an der Liebfrauenkirche in Bad Salzuflen bis hin zur abstrakten Chromplastik auf dem Schulhof in Altenbeken. Besonders hervorzuheben sind die Gedenkstätte für sowjetische Kriegstote bei Stukenbrock (1962-64), die Kirche Johannes XXIII. für die katholische Hochschulgemeinde Köln (1968-74) sowie der Neptunbrunnen auf dem Paderborner Marktplatz (1977/79).
Sein letztes Werk, eine Skulptur aus Muschelkalk des Bischofs Clemens von Rom, vollendete er 1989 kurz vor seinem Tod. Josef Rikus hinterließ ein umfangreiches Oeuvre, das auch international Anerkennung fand und ihn als bedeutenden Künstler seiner Zeit etablierte. Für sein Schaffen wurde ihm 1959 der Kulturpreis seiner Heimatstadt Paderborn verliehen; zudem unternahm er Studienreisen ins Ausland, darunter auf Einladung der sowjetischen Regierung im Jahr 1965.
