Karel Niestrath
Karel Niestrath, geboren in Bad Salzuflen, war ein Bildhauer und Grafiker, dessen Schaffen durch die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs geprägt wurde. Nach einer Holzbildhauerlehre und Kriegsverletzung studierte er an der Werkkunstschule Bielefeld und vertiefte seine Ausbildung an der Dresdener Kunstakademie. In seinen Werken setzte sich Niestrath intensiv mit Themen wie Kriegsfolgen, Schwangerschaft und Geburt sowie Porträts auseinander. Seine künstlerische Anerkennung fand jedoch ein jähes Ende, als 1933 sein Werk "Kriegskrüppel" in der NS-Ausstellung „Entartete Kunst“ präsentiert wurde und daraufhin 42 seiner Arbeiten beschlagnahmt wurden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lehrte Niestrath zunächst an einer von Hans Tombrock gegründeten Schule für Bildende und Angewandte Kunst und übernahm später die Leitung der Bildhauerklasse an der Werkkunstschule Dortmund. Zu seinen bekanntesten Schülern zählt Anselm Treese. Niestraths Hauptmaterialien waren Beton, Muschelkalk, Marmor und Bronze.
Zwischen 1954 bis 1960 schuf er bedeutende Werke wie das Antifaschistische Mahnmal Bittermark in Dortmund – eine Zusammenarbeit mit Will Schwarz und Léon Zack. Seine Arbeiten zeugen von seinem vielseitigen Stil, welcher sowohl realistische Züge als auch abstrakte Formen umfasste. Seine Frau Eva Niestrath-Berger teilte seine künstlerischen Ambitionen als Bildhauerin.
