Rolf Nida-Rümelin
Rolf Nida-Rümelin war ein deutscher Bildhauer und Medailleur. Er erlernte sein Handwerk zunächst unter der Anleitung seines Vaters Wilhelm Nida-Rümelin in München. Seine formale Ausbildung setzte er an der Staatsschule für Angewandte Kunst in Nürnberg fort und vertiefte seine Kenntnisse an den Akademien der Künste in Berlin und München. In seinen Werken bevorzugte Nida-Rümelin Materialien wie Holz, Stein, Keramik, Bronze und Gips. Ab 1933 etablierte er sich als freischaffender Künstler in München.
Nida-Rümelins Schaffen umfasst eine Vielzahl von Skulpturen und Plaketten sowie Ölbilder und Aquarelle. Er war auch für seine Tierplastiken bekannt. Neben figürlichen Darstellungen fertigte Nida-Rümelin auch Porträts bedeutender Persönlichkeiten wie des Physikers Walther Gerlach oder des Journalisten Erich Kuby an. Dabei strebte er stets danach, über äußerliche Ähnlichkeit hinaus tiefergehende Charakterzüge zu erfassen.
Seine künstlerische Laufbahn wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen; nach seiner Rückkehr aus sowjetischer Gefangenschaft knüpfte er nicht mehr an sein Frühwerk an. Stattdessen schuf er neue Werke mit einem klaren Fokus auf das Wesentliche, wobei er oft auf Details verzichtete und stattdessen Charakteristika hervorhob.
Nach dem Tod seines Vaters bezog Rolf Nida-Rümelin dessen Atelier im Hildebrandhaus in München-Bogenhausen und arbeitete dort bis zu seinem Umzug nach Oberföhring Ende 1969 weiterhin als Bildhauer bis zu seinem Lebensende im Jahr 1996. Er hinterließ neben seinem künstlerischen Werk auch zwei Kinder: Julian Nida-Rümelin, einen bekannten Philosophen und Politiker, sowie Martine Nida-Rümelin, ebenfalls eine renommierte Philosophin.
