Mutter Hiroshima
Künstler: Anselm Treese
Jahr: 1958
Die 1,50 m hohe und 0,70 m breite Bronzeskulptur "Mutter Hiroshima" von Anselm Treese, geschaffen im Jahr 1958, ist ein bewegendes Mahnmal für den Frieden. Sie zeigt eine Mutter mit überlangen, dünnen Gliedmaßen, die auf einem Stumpf hockt und ihr getötetes Kind beklagt. Das bäuchlings auf dem linken Bein der Mutter liegende Kind und die verzweifelte Pose der Mutter – Arme hinter dem Kopf verschlungen und entsetzt abgewandt – verleihen der Darstellung eine erschütternde Intensität. Diese Skulptur steht symbolisch für das Leid und die Zerstörung durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945. Sie wurde am Platz von Hiroshima vor der Propsteikirche St.-Johannes-Baptist in Dortmunds Innenstadt-West errichtet. Die Reinoldigilde von 1254 zu Dortmund stiftete sie im Jahre 1997 als Zeichen des Friedens an die katholische Gemeinde. Treese's Werk gehört zu einer kleinen Gruppe eschatologischer Figuren aus den späten 1950er Jahren, welche Otto Königsberger als Endzeitgestalten beschrieb. Weitere Werke dieser Gruppe sind "Tanzende Technoide" und "Quichotte", beide später im Westfalenpark platziert. Eine Tafel am Kunstwerk verkündet seine Widmung: "Symbol des Friedens in einer zerrissenen Welt wurde der Kath. Propsteigemeinde St.-Johannes Baptist gestiftet im Jahre 1997 von der Reinoldigilde von 1254 zu Dortmund". Anselm Treese (1930-2004) war nur kurzzeitig Mitglied im WKD (Westdeutscher Künstlerbund), doch seine Werke wie diese eindrucksvolle Bronzeskulptur haben bleibenden Eindruck hinterlassen.
