Ohne Titel

Plastik

Künstler: Anselm Treese

Jahr: 1973-1975 (?)

Die Betonplastik von Anselm Treese, die im Volksmund auch als „Anselms Tresen“ oder „Betonwurst“ bekannt ist, steht seit 1997 an der Abfahrt von der B1 zur B54/Ruhrallee in Dortmund. Ursprünglich war dieses Werk Teil einer Platzgestaltung vor der Reinoldikirche und wurde aufgrund seiner Größe von 2,00 m Höhe und 7,00 m Breite sowie seines Materials kontrovers diskutiert. Treese beabsichtigte mit seinem Schaffen, den Beton aus einem technischen in einen poetischen Kontext zu überführen und eine harmonische Verbindung zur umgebenden Landschaft herzustellen. Die Plastik integriert sowohl geometrische als auch organische Formen, indem sie die Wellenform des Wasserspiels aus Edelstahlröhren aufgreift, das einst Teil des Gesamtkunstwerks war. Mit einer eingebauten Bank diente sie zudem als kommunikativer Aufenthaltsort im öffentlichen Raum. Trotz dieser Intention stieß das Kunstwerk nach seiner Fertigstellung 1975 auf heftige Kritik bei den Dortmundern und entwickelte sich später zu einem Sammelplatz für Randgruppen. Vandalismus durch Graffiti führte dazu, dass Passanten den Ort mieden und Diskussionen über eine Versetzung des Werkes entbrannten. Letztendlich wurde es versetzt und erhielt vom Künstler selbst die Bezeichnung „Abschiebedenkmal“. Die Geschichte dieses Kunstwerks spiegelt somit nicht nur künstlerische Absichten wider, sondern auch gesellschaftliche Reaktionen und Interaktionen mit zeitgenössischer Kunst im urbanen Raum.