Die fünf Weltreligionen: Plankton und Kastenmensch
Künstler: Bernd Moenikes
Jahr: 1996
Das Skulpturenensemble "Die fünf Weltreligionen: Plankton und Kastenmensch" von Bernd Moenikes, geboren 1955, ist ein markantes Kunstwerk in der Kommende Brackel in Dortmund-Brackel. Geschaffen wurde es 1996 und zwei Jahre später durch die Reinoldigilde zu Dortmund der Öffentlichkeit gestiftet. Die Installation besteht aus fünf schlanken, rechteckigen Säulen aus Anröchter Sandstein, die halbkreisförmig um einen niedrigeren, breiteren Sockel angeordnet sind. Auf diesem zentralen Podest hockt eine abstrahierte menschliche Figur mit einer geballten Faust – der sogenannte "Kastenmensch". Jede der etwa 1,70 m hohen Säulen trägt ein fein gearbeitetes Symbol einer Weltreligion: Ein kleiner Buddha für den Buddhismus; ein Kuhkopf repräsentiert den Hinduismus; eine Schriftrolle symbolisiert das Judentum; ein Mond steht für den Islam und ein Kreuz kennzeichnet das Christentum. Diese Symbole verweisen auf die Suche nach Orientierung in der Religion. Der "Kastenmensch" selbst scheint in seiner blockhaften Form gefangen zu sein – eine Metapher für die Angst vor dem Durchbrechen eigener Grenzen oder vor den Konsequenzen persönlicher Entscheidungen. Mit seinen ineinander verschlungenen Gliedmaßen verkörpert er zugleich Isolation und Verbindung zur Masse. Moenikes' charakteristische Darstellung des Menschen zeigt sich auch hier: Große Ohren, gerade Nase und geschlossene Augen prägen das maskenhafte Gesicht der Figur. Die Skulptur fordert dazu auf, sowohl Selbstbestimmung als auch Toleranz gegenüber anderen Lebenswegen zu praktizieren.
