Hände
Künstler: Bernd Moenikes
Jahr: 1996
Diese Skulptur "Hände" von Bernd Moenikes, geschaffen im Jahr 1996, ist ein Beispiel für die Transformation eines Eichenstammes in eine Kunstform. Mit einer Höhe von 2,55 m und einem Durchmesser zwischen 0,70 m und 0,80 m entfaltet sich aus dem Holz eine Vielzahl an Händen. Diese sind Teil des "Ensemble M.E.N.S.C.H.", das vor der Firma Hecker in Dortmund-Aplerbeck zu finden ist und gemeinsam mit weiteren Werken wie großen Köpfen und einem monumentalen Fuß aufgestellt wurde. Die filigran herausgearbeiteten Hände strecken sich himmelwärts und vermitteln durch ihre schiere Anzahl sowie ihre hartkantige Beschaffenheit einen starken Ausdruck menschlicher Wahrnehmung und Kommunikation. Die Skulptur regt dazu an, über den Tastsinn nachzudenken und lädt förmlich dazu ein, selbst berührt zu werden. Das Emporragen der Hände scheint ziellos ins Unendliche zu führen – eine Geste mit philosophischer Tiefe. Sie symbolisiert das Streben nach dem Unerreichbaren oder Unbekannten, ähnlich wie bei anderen Werken Moenikes', den "Sternenguckern" oder "Vogelmenschen". In diesem Kontext wird auch die Bedeutung des Greifens im alltäglichen Sprachgebrauch reflektiert: Begriffe wie „etwas begreifen“, „ergriffen sein“ oder „unbegreiflich“ gewinnen hierdurch an bildhafter Kraft. Bernd Moenikes (*1955) hat mit dieser Arbeit nicht nur ein visuell eindrückliches Werk geschaffen, sondern auch einen Denkanstoß zur Rolle unserer Hände als Instrumente des Verstehens geliefert.
