Sent M'Ahesa
Künstler: Bernhard Hoetger
Jahr: 1922
Die Bronzeplastik "Sent M'Ahesa" von Bernhard Hoetger, entstanden 1922, zeigt die lettische Tänzerin und Ikone des Expressionismus in nahezu lebensgroßer Darstellung. Auf einem rechteckigen Sockel aus Ziegelsteinen präsentiert sich die Figur aufrecht und selbstsicher: Die linke Hand ruht akzentuiert auf der Hüfte, während die rechte entspannt herabhängt. Ihr Blick ist erhaben nach oben gerichtet, was ihr eine majestätische Aura verleiht. Die Skulptur zeichnet sich durch ihre geometrische Formensprache aus; ein Dreieck scheint als Grundform in den blockhaften Körper eingeschrieben zu sein. Während die Beine nur reliefartig modelliert sind und somit eine gewisse Abstraktion erfahren, gewinnt der rechte Arm an Plastizität. Das Gesicht hingegen ist am stärksten differenziert und strahlt mit seinem distanzierten Blick eine besondere Präsenz aus. Das Werk reflektiert Sent M’Ahesas Tanzstil, der durch eckige Bewegungen und eine bewusste Beschränkung der Gesten geprägt war – inspiriert von ägyptischen Malereien und Reliefs. Ihre Performances galten als avantgardistisch für das frühe 20. Jahrhundert. Nachdem das Originalwerk im Rahmen der Aktion "Entartete Kunst" beschlagnahmt wurde, blieb es jedoch tatsächlich im Museum verborgen. Eine Replik dieser bedeutenden Skulptur steht seit Oktober 1985 auf dem Schildplatz in Dortmund-Hörde; eine weitere befindet sich in Amiens, einer Partnerstadt Dortmunds. Die Inschrift auf der Tafel am Sockel nennt Erstellungsjahr, Titel und Künstler: "1985 / Sent M'Ahesa / "Die Tänzerin" / Skulptur von Bernhard Hoetger / geb. am 4.5.1874 in Hörde". Mit einer Höhe von circa 1,60 m und einer Breite von etwa 0,80 m beeindruckt diese Skulptur nicht nur durch ihre Größe sondern auch durch ihre künstlerische Aussagekraft sowie ihren historischen Kontext innerhalb des Expressionismus.
