Ente
Künstler: Clemens Pasch
Jahr: 1955 (?)
Die Skulptur "Ente" des Düsseldorfer Bildhauers Clemens Pasch, entstanden 1962 im Auftrag der Westdeutschen Wohnhäuser AG, ist ein Beispiel für abstrahierte Kunst im öffentlichen Raum. Ursprünglich war sie Teil einer Tiergruppe bestehend aus „Ente“, „Schwein“ und „Seehund“, die als Spielplatzdekoration in Bonn diente und später in verschiedenen Städten repliziert wurde. In Dortmunds Innenstadt-West präsentiert sich das etwa 1,50 m hohe Betonwerk einzeln vor Wohnanlagen. Paschs Schaffensweise zeichnet sich durch eine bewusste Abkehr von naturalistischer Darstellung aus; er bevorzugt einfache Formen mit subtilen Details, die dennoch unverkennbar das Wesen einer Ente vermitteln. Als Schüler Bernhard Bleekers legte er Wert darauf, dass seine Werke ohne begleitende Erklärungen verständlich sind – eine Philosophie, die auch Kunsthistoriker Dr. Ulrich Gertz hervorhebt. Die Skulptur beeindruckt durch ihre harmonische Linienführung: Der sanft geneigte Kopf geht fließend in den Rücken über und schafft so eine weiche Silhouette. Pasch setzt auf runde Formgebung ohne scharfe Kanten, um ein ausgeglichenes Gesamtbild zu erreichen. Obwohl die Figur abstrakte Züge trägt und anatomische Genauigkeit zugunsten stilisierter Gestaltung zurücktritt, bleibt sie erkennbar eine Ente. Die organischen Formen spiegeln dabei den 'Nierentisch-Stil' der fünfziger Jahre wider und unterstreichen das geschlossene Erscheinungsbild des Werks – es wirkt "wie aus einem Guss".
