Mauer
Künstler: Elisabeth "Liesel" Josefa Antonie Bellmann
Jahr: 1965
Die Plastik "Mauer" von Liesel Bellmann, geschaffen aus Muschelkalk, ist seit 1965 an der Lieberfeldschule in Dortmund-Wellinghofen zu bewundern. Mit einer Höhe von etwa 1,40 m und einer Breite von 6,00 m setzt sich die Künstlerin abstrakt mit dem Bau der Berliner Mauer auseinander – ein Thema, das sie während eines Besuchs in Berlin Anfang der 1960er Jahre tief berührte. Die Skulptur besteht aus unterschiedlich großen Blockeinheiten, die miteinander verbunden sind und sich deutlich vom Erscheinungsbild realer Mauern unterscheiden. Durch organische Formen und rhythmisch angeordnete Durchbrüche entsteht eine durchlässige Struktur, die eher Ein- als Ausschluss suggeriert. Verstrebungen und Balkenelemente erzeugen dabei ein gitterartiges Gerüst. Bellmanns Werk knüpft formal an die informelle Kunst der 1950er-Jahre an, welche sich durch Abstraktion kennzeichnet und bewusst vom Figurativen löst. Inhaltlich reflektiert das Kunstwerk auf das geteilte Deutschland nach 1963; es symbolisiert jedoch keine trennende Barriere, sondern vielmehr eine permeable Wand. Diese könnte den Schüler:innen vermitteln, dass Freiheit des Denkens Barrieren überwindet. Neben dieser profanen Arbeit schuf Bellmann auch sakrale Ausstattungen für Dortmunder Kirchen – von Altarkreuzen bis hin zu Kerzenleuchtern.
