Aufstrebende Stadt

Plastik

Künstler: Ferdinand F. W. Just

Jahr: 1984

Erkennst du in dieser abstrakten Form die Zukunftsvision einer Stadt? Was zunächst wie eine zufällige Anordnung von Streben und Bögen erinnert, offenbart sich als ein hochkomplexes Gebilde voller innerer Spannungen. Vor dem Heinz‑Hilpert‑Theater in Lünen erhebt sich auf einem hohen Sockel eine abstrakte Aluminiumplastik von Ferdinand F. W. Just, die 1984 vom VAW‑Lippewerk gestiftet wurde. Ursprünglich für die neue Fußgängerzone an der Langen Straße konzipiert, erwies sich ihre Höhe dort als unpraktisch, sodass sie an den heutigen, großzügigeren Standort vor dem Theater umzog. Just verschweißte bei diesem Werk zahlreiche unregelmäßige, rechtwinklig gegossene Aluminiumstäbe, die er in seinem Freiformguss-Verfahren fertigte. Zwischen linearen Strukturen, und Kreisfragmenten entstehen gezackte Ränder und durchbrochene Durchblicke. Es erinnert an den Plan einer Stadt, der durch Straßen, Plätze und Flüsse gegliedert ist. Sicherlich spiegelt sich in dem Werk der Wunsch wieder, Lünen als aufstrebende, durch Wandel und Industrie bestärkte Stadt im öffentlichen Selbstverständnis zu verankern. Bildlich drückt sich dies in der 2,50 Meter hohen quadratischen Säule aus, die den Blick gezielt nach oben leitet und darüber eine Hierarchisierung des Raums erzeugt.

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