Ohne Titel

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Skulptur Baukunst

Künstler: Friedrich Bagdons

Jahr: 1923

Die Skulptur "O.T." von Friedrich Bagdons, geschaffen im Jahr 1923, ist ein eindrucksvolles Zeugnis expressionistischer Kunst und befindet sich am Eingang des Museums für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund. Die aus Muschelkalk gefertigten Figuren sind überlebensgroß mit einer Höhe von etwa 3,50 m und einer Breite von circa 1,00 m. Ursprünglich als allegorische Paare konzipiert, die Leid und Hoffnung symbolisieren sollten, ist heute nur noch eines dieser Paare westlich des Eingangs erhalten. Die expressiven Skulpturen reflektieren die turbulenten Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg. Sie waren Teil des repräsentativen Neubaus der Dortmunder Stadtsparkasse, entworfen von Hugo Steinbach, um den Willen zur Überwindung der Krisenzeit zu demonstrieren. Bagdons schuf diese Figuren für die Nischen neben dem Haupteingang; ihre überlängten Formen drücken Zusammenbruch und Neubeginn im Inflationsjahr aus. Die Inschriften identifizieren sie als Darstellungen von Leid und Hoffnung – eine gebeugte Körperhaltung illustriert dabei die Last der Not auf dem Volk. Ein Mann und eine Frau in langen Gewändern lehnen sich an einen trennenden Pfeiler an, wobei ihre spiegelbildlichen Standmotive sowie die gegengleiche Neigung ihrer Oberkörper Kraftlosigkeit und Enttäuschung vermitteln. Flankiert werden beide Gruppen von pfeilartigen Pylonen, welche die expressive Wirkung verstärken. Über den erhalten gebliebenen Figuren prangt der Sinnspruch: "Wuchtend und weh wie ein Alp lastet die Not auf dem Volke". Diese Skulpturen wurden später zum Museum zurückgebracht als Geschenk zur Erweiterung desselben. Das Gegenstück dieser Gruppe – ein Paar das Hoffnung verkörpert – ist leider verloren gegangen.