Ohne Titel

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Relief Baukunst

Künstler: Friedrich Bagdons

Jahr: 1910

Im Jahr 1910 schuf Friedrich Bagdons, ein renommierter Bildhauer und Professor für Bildhauerei, acht jeweils 1,00 m hohe und 0,50 m breite Reliefbüsten aus Kalkstein. Diese Werke dienen als Allegorien des Handwerks und der Künste. Sie zieren die Portalvorhalle des Gebäudes in Dortmund-Mitte, das heute das Fritz-Henßler-Berufskolleg beherbergt und von Stadtbaurat Friedrich Kullrich entworfen wurde. Die Reliefs sind nahezu vollplastisch gearbeitet und zeigen auf Konsolen platzierte männliche sowie weibliche Büsten mit charakteristischen Attributen. So repräsentiert eine ältere bärtige Männerfigur mit den Zügen Kullrichs durch ein Architekturmodell das Bauhandwerk. Ein junger Mann mit Hammer und Zange symbolisiert das metallverarbeitende Gewerbe durch seinen muskulösen Oberkörper. Eine Frau mit einem kunstvoll beschlagenen Buch steht für die Buchbinderei- und Vergolderklasse, während eine andere junge Frau in antikisierender Kleidung möglicherweise die Goldschmiedekunst oder Mode darstellt. Die Malerei wird durch eine Figur verkörpert, die Palette und Pinsel hält. Ein bärtiger Älterer mit Hobel und Stemmeisen deutet auf Schreinerhandwerk hin, während Töpferei durch ein Gefäß in weiblichen Händen angedeutet wird. Ein weiteres männliches Relief zeigt einen jungen Mann mit Modellfigur und Messlehre als Symbol der Bildhauerkunst. Alle Figuren vereinen antike Bekleidungselemente mit modernem Frisurstil. Ergänzt werden diese Personifikationen durch zwei achteckige Wappenschilde an den Pfeilern der Vorhalle, umgeben von Füllhörnern – Zeichen des florierenden Handwerks dargestellt durch Hammer, Winkeldreieck und Zirkel. Diese Kunstwerke spiegeln nicht nur handwerkliches Können wider sondern auch den Geist einer Epoche, in der Kunstgewerbe hochgeschätzt wurde.