Der Berg ruft

Plastik; Mahnmal

Künstler: Hannes Forster

Jahr: 1993

Beim Anblick dieses Hauses kommen schnell die Fragen auf: warum fehlt das Dach und wieso versinkt das Gebäude halb im Boden? Die Installation entstand 1993 im Hof einer ehemaligen Schule, in der heute das Bergmannsmuseum Lünen-Süd untergebracht ist. Die Lage mitten in einem von Steinkohlenbergbau geprägten Stadtteil und neben dem Museum geben uns Hinweise zur Beantwortung der Fragen. Forster errichtet eine an die umliegenden Bergarbeitersiedlungen angelehnte Architektur aus typischen Baustoffen wie Klinker, die jedoch stark schräg steht und scheinbar in den Boden einsinkt. Hierdurch wird uns klar, dass dieses Gebäude unbewohnbar ist – ein Sinnbild für reale Bergschäden, bei denen ganze Häuser in der Region Risse bekamen oder absackten. Der Titel „Der Berg ruft“ spielt auf das Verlangen von Bergsteigenden an, den nächsten Gipfel zu erklimmen. Mit diesem Werk kehrt Forster die Bedeutung des Ausspruchs um: Der Berg(bau) ruft nicht mehr zur Arbeit, sondern erinnert an ökologische und soziale Folgen in ehemaligen Bergbaugebieten.

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