Sanitas
Künstler: Hans Kuhn
Jahr: 1958-1959
Die halböffentliche Installation "Sanitas" von Hans Kuhn, entstanden 1958 in Dortmund-Mitte, ist eine beeindruckende Sammlung aus 50 Lacktafeln unterschiedlicher Größen und Formate. Die Tafeln variieren zwischen schmalen, langgezogenen Exemplaren und quadratischen oder ähnlichen Formen. Sie sind mit einem weißen Rahmen versehen und präsentieren sich in lebendigen Farben wie kräftigem Rot, Hellblau, Cremeweiß, Schwarz und Türkisgrün. Einige der Tafeln zieren Muster wie Streifen, Zickzacklinien sowie Wellenmuster mit einer Linie durch die Mitte; andere hingegen sind einfarbig gehalten. Diese Werke erstrecken sich über drei Stockwerke des Treppenhauses – vom fünften bis zum siebten Obergeschoss – und bilden das einzige Kunstwerk im Gebäude, das mehrere Etagen umfasst. Die Anordnung der einzelnen Elemente erzeugt den Eindruck monochromer Malerei unterbrochen von größeren Tafeln mit abstrakten oder pflanzlichen Motiven sowie dem stilisierten Äskulap-Stab als Symbol des ärztlichen Berufsstandes. Hans Kuhn (1905-1991), ein Berliner Maler, wandte sich nach figurativer Malerei in den Vorkriegsjahren der informellen Kunst zu. Seine Lackbilder begann er Mitte der 1950er Jahre zu kreieren. Die Technik erwies sich für das Thema "Sanitas" als besonders geeignet und ermöglichte die flexible Gestaltung über mehrere Stockwerke hinweg. Kuhns künstlerischer Weg war geprägt von Studium und Reisen sowie Begegnungen mit anderen Künstlern wie Ludwig Meidner und Werner Gilles. Nach Jahren der Verfolgung während des NS-Regimes fand er Anerkennung als Professor an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin und hinterließ ein vielfältiges Werk an Wandmalereien und -gestaltungen.
