Ascension (Graphic Tectonics)
Künstler: Josef Albers
Jahr: 1972
Marmor und Gold an der RUB? Klingt unglaublich, aber diese Materialien waren bei „Ascension“ geplant. Das Kunstwerk aus dem Jahr 1972 von Josef Albers, das sich auf der Ebene 03 des Hörsaals H-GA der Ruhr-Universität Bochum befindet, ist eine großformatige Wandarbeit mit 4 x 7 Metern. Es handelt sich um eine Resopalgravur, also eine auf kunststoffbeschichteten Holzplatten hergestellte reliefartige Oberfläche, bei der die schwarzen Linien als Nuten in das weiße Material eingearbeitet sind. Ursprünglich war geplant, das Werk in Marmor mit Blattgoldlinien auszuführen, doch wurde aus praktischen Gründen auf die Kunststoffvariante ausgewichen. Das Werk zeigt ein dichtes Geflecht aus horizontalen und vertikalen Linien, die sich in ihrer Breite abwechseln und in einer diagonal versetzten Reihenfolge angeordnet sind. Diese streng geometrische Komposition lässt Flächen und räumliche Tiefen entstehen, vor allem, wenn Du von der Seite schaust. Die Linien kreuzen sich, umlaufen wiederholt dieselben Formen und erzeugen dadurch eine dynamische Bewegung, die den Blick ständig fordert und das Auge an unterschiedliche Fokuspunkte bindet. Der Titel Ascension („Aufstieg“) verweist auf die sich steigernde, aufwärts gerichtete Dynamik, die im Liniennetz erkennbar ist. Das Werk wirkt abstrakt, fast technisch, erinnert an Schaltpläne oder mathematische Konstruktionen, ohne dabei eine narrative Bedeutung anzunehmen. Vielmehr lädt es zur reinen Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit Form, Raum und Bewegung ein. Mit einfachen geometrischen Elementen erzeugt er eine komplexe Bildwirkung, die zwischen Fläche und Raum oszilliert. Das Werk fordert die physische und visuelle Nähe des Betrachters, da seine Wirkung erst aus einer bestimmten Distanz und Betrachtungsdauer vollständig erfahrbar wird. Bitte beachte bei deinem Besuch die beschränkten Öffnungszeiten des Gebäudes.
