Gedenktafel zur Bücherverbrennung am Hansaplatz

Gedenktafel

Künstler: Michael Odenwaeller

Jahr: 2008

Diese Gedenktafel aus Bronze, gestaltet von Michael Odenwaeller und 2008 installiert, misst 0,61 m in der Breite und etwa 0,90 m in der Länge. Sie befindet sich unauffällig platziert an der südöstlichen Ecke des Hansaplatzes in Dortmund-Mitte, nahe der Wißstraße. Das Kunstwerk dient als Mahnung und Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse vom 30. Mai 1933, als Dortmunder Nationalsozialisten unter Führung des Polizeipräsidenten und des nationalsozialistischen Lehrerbundes die Werke zahlreicher Schriftsteller:innen, Publizist:innen, Philosoph:innen und Wissenschaftler:innen verbrannten. Die Inschrift auf der Platte zitiert Heinrich Heine aus seinem Drama "Almansor": "DORT WO MAN BÜCHER VERBRENNT, VERBRENNT MAN AUCH AM ENDE MENSCHEN. HEINRICH HEINE, ALMANSOR,1821"; "HIER AUF DEM HANSAPLATZ VERBRANNTEN AM 30.MAI 1933 DORTMUNDER NATIONALSOZIALISTEN, ANGEFÜHRT VOM POLIZEIPRÄSIDENTEN UND NATIONALSOZIALISTISCHEN LEHRERBUND, DIE WERKE HUNDERTER FREIER SCHRIFTSTELLER, PUBLIZISTEN, PHILOSOPHEN UND WISSENSCHAFTLER. VIELE VON IHNEN ERHIELTEN IN DER FOLGE ARBEITS- UND PUBLIKATIONSVERBOT, WURDEN AUSGEBÜRGERT, ZUR FLUCHT INS EXIL GEZWUNGEN, STARBEN IN KONZENTRATIONSLAGERN AN DEN FOLGEN DER HAFTBEDINGUNGEN ODER WURDEN ERMORDET.". Umgeben ist der Text von stilisierten Flammenmotiven, welche die Zerstörungskraft des Feuers symbolisieren. Die Entstehungsgeschichte dieser Gedenktafel war nicht frei von politischen Schwierigkeiten; allein für die Formulierung benötigte man im Kulturausschuss ein halbes Jahr – eine Zeitspanne von April bis Oktober 2008 spiegelt dies wider. Dies verdeutlicht die andauernde Relevanz einer kritischen Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus sowie das Bedürfnis nach angemessener Erinnerungskultur.