Türstock zur Zukunft
Künstler: Michael Odenwaeller
Jahr: 1995
Die Plastik "Der Türstock zur Zukunft" von Michael Odenwaeller, geschaffen im Jahr 1995, steht als monumentales Zeugnis der Bergbauvergangenheit auf dem Areal der ehemaligen Zeche Minister Stein in Dortmund-Eving. Diese Plastik integriert authentische Elemente des Bergbaus – insbesondere zwei Seilscheiben mit einem Durchmesser von etwa 6,00 m – und verbindet sie zu einer neuen Form. Der blau lackierte Stahlrahmen, 6,00 m hoch und 3,00 m breit, ist in der Gestalt eines Türstocks konzipiert und trägt an seinen Außenseiten die Seilscheiben. Die schräg in den Boden eingelassenen Stempel unterstützen die Last des Firsts und verleihen der Konstruktion eine dynamische Plastizität. Die Anordnung der Seilscheiben suggeriert eine temporäre Abstellung, bereit jederzeit wieder aktiviert zu werden, ähnlich dem Gleisstrang, der sich am Boden entlang durch den Rahmen zieht. Dieses Kunstwerk dient als Hommage an den einstigen Zechenbetrieb; es symbolisiert sowohl die technischen Aspekte des Bergbaus als auch dessen historische Bedeutung für die Region. Vor dem Hintergrund des sanierten Hammerkopfturms erweckt Odenwaellers Schöpfung einen alltäglichen Moment aus dem Leben im Bergbau zum Leben. Eine neben dem Werk eingelassene Bronzeplatte dokumentiert detailliert die Geschichte der Zeche Minister Stein bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1987 – einst letzte fördernde Zeche Dortmunds: „Türstock zur Zukunft Michael Odenwaeller 1995 Gestiftet von der Projektgesellschaft Minister Stein mbH“; „Zeche Minister Stein 1871-1987 (8 und 9 fehlen)“; „CHRONIK DES BERGWERKS MINISTER STEIN / 1865-68 MUTUNG UND VERLEIHUNG DES BERGWERKSEIGENTUMS / 1871 GRÜNDUNG DER BERGRECHTLICHEN GEWERKSCHAFT „MINISTER STEIN“. BENANNT NACH KARL REICHSFREIHERR VOM UND ZUM STEIN, LEITENDER/ MINISTER IN PREUSSEN. TEUFBEGINN SCHACHT 1. / 1875 FÖRDERAUFNAHME / 1881 KONSOLIDATION MIT „FÜRST/ HARDENBERG“ ZUR GEWERKSCHAFT „VEREINIGTE STEIN UND HARDENBERG“ / 1885 1. DURCHSCHLAG ZWISCHEN MINISTER STEIN UND FÜRST HARDENBERG / 1899 BAU DER 1. KOKEREI AUF MINISTER STEIN / 1914-18 1. WELTKRIEG, FÖRDERRÜCKGANG / 1923/24 RUHRBESETZUNG, FÖRDERRÜCKGANG DURCH PASSIVEN WIDERSTAND. INFLATION / 1923-26 AUSBAU MINISTER STEIN ZUR GROSSSCHACHTANLAGE / 1924 FÖRDERUNG ERREICHT 1 MIO TONNEN / 1925 SCHLAGWETTEREXPLOSION IM SÜDOSTFELD MIT 136 TOTEN / 1926 SCHACHT MINISTER STEIN 4 WIRD HAUPTFÖRDERSCHACHT. DER DOPPELFÖRDERTURM IN FORM DES HAMMERKOPFES IST DER ERSTE SEINER ART UND VORBILD FÜR VIELE WEITERE IM IN- UND AUSLAND / 1927-28 BAU DER GROSSKOKEREI MINISTER STEIN / 1930-32 WELTWIRTSCHAFTSKRISE, FÖRDERUNG FÄLLT ZURÜCK / 1937 FÖRDERUNG ÜBERSCHREITET 3 MIO TONNEN / 1939-45 2. WELTKRIEG. ARBEITSEINSATZ VON KRIEGSGEFANGENEN UND FREMDARBEITERN / 1941 MAXIMAL FÖRDERUNG VON 3,7 MIO/ TONNEN. GRÖSSTE ZECHE IM RUHR-REVIER MIT 6820 BESCHÄFTIGTEN (BIS 1944) / 1945 MEHRMONATIGE STILLEGUNG DURCH KRIEGSEINWIRKUNG / 1947 HUNGERSTREIK DER BELEGSCHAFT FÜR BESSERE LEBENSMITTELZUTEILUNGEN DURCH DIE ALLIIERTEN / 1947/48 PUNKTSYSTEM, CARE-PAKETAKTION, WÄHRUNGSREFORM / 1950 WIEDERAUFBAU IM WESENTLICHEN ABGESCHLOSSEN ERSTER KOHLE-HOBEL IM EINSATZ / 1958 BEGINN DER KOHLENKRISE MIT HALDEN UND FEUERSCHICHTEN / 1964 FÖRDERUNG ERREICHT 2,74 MIO TONNEN / 1968 GRÜNDUNG DER RUHRKOHLE AG / 1969 ERSTER TÜRKISCHER KUMPEL / 1971-73 AUFFAHRUNG DER 7. SOHLE / 1985 WASSEREINBRUCH IM SCHACHT 6 / 1986 STILLEGUNGSBESCHLUSS WEGEN UNGÜNSTIGER LAGERSTÄTTENBEDINGUNGEN / 1987 STILLEGUNG / 1988 BEGINN DES ABBRUCHS VON BETRIEBSANLAGEN / 1992 GRÜNDUNG DER PROJEKT-GESELLSCHAFT „MINISTER STEIN“ / 1994 BEGINN DER SANIERUNGS- UND ERSCHLIESSUNGSMASSNAHMEN / 1995 ERÖFFNUNG DES SERVICE- UND GEWERBEPARKS MINISTER STEIN“. Diese künstlerische Installation fungiert nicht nur als Erinnerungsstück sondern auch als Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, indem sie industrielle Relikte in zeitgenössischer Kunstform präsentiert.
