Ohne Titel
Künstler: Simone Prothmann
Jahr: 1996
Die Skulpturen von Simone Prothmann, die 1996 auf dem Mehmet-Kubasik-Platz in Dortmunds Innenstadt-Nord errichtet wurden, sind ein eindrucksvolles Beispiel für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum. Die vier einzelnen Stelen aus mattiertem Edelstahl und unlackiertem Holz erreichen eine Höhe von etwa 3,50 m und präsentieren sich in unterschiedlichen Formen. Jede dieser Stelen hält eine polierte Edelstahlkugel gleicher Größe – mal mit der Öffnung nach oben oder unten gerichtet, mal seitlich in einer geschlossenen Pose. Diese Kugeln reflektieren ihre Umgebung und schaffen so vielfältige Panoramen des Platzes. Sie ermöglichen es den Betrachtenden, die Nordstadt aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und vermitteln den Eindruck eines allumfassenden Blickfeldes von einem einzigen Standpunkt aus. Durch die Anbringung der Kugeln auf variierenden Höhen entsteht ein kaleidoskopartiges Erlebnis. Prothmann wählt bewusst Orte für ihre Werke aus, die sich im Wandel befinden – seien es Gebäude vor dem Abriss oder Natur im Umbruch. Der Mehmet-Kubasik-Platz selbst ist Teil der Dortmunder Nordstadt, einem Stadtteil, der lange als "lost area" galt. Das Projekt ging aus einem städtischen Wettbewerb hervor. Die Beschilderungen an den Skulpturen sind leider schlecht lesbar; nichtsdestotrotz laden diese künstlerischen Interventionen zur Reflexion über den Raum und seine Geschichte ein. Geboren wurde Simone Prothmann 1971 und hat mit diesen Arbeiten einen bleibenden Beitrag zum Stadtbild Dortmunds geleistet.
