Holzknecht
Künstler: Wilhelm Hanebal
Jahr: 1951-1952 (?)
Die ca. 3,50 m hohe und 2,50 m breite Skulptur "Holzknecht" aus Sandstein ist ein markantes Beispiel für die Nachkriegskunst im öffentlichen Raum Dortmunds. Geschaffen wurde das Werk 1951 von Wilhelm Hanebal, der von 1905 bis 1982 lebte. Diese nahezu vollplastische Darstellung eines überlebensgroßen Waldarbeiters an der Klinkerfassade eines ehemaligen Gasthauses in Dortmunds Innenstadt-West zeigt die Figur einen muskulösen Holzfällers, der lediglich in Hose und schweren Stiefeln gekleidet ist. Sein nackter Oberkörper und kräftige Arme sind dabei besonders hervorgehoben, während er eine Axt tief in den Baumstumpf schlägt – ein Symbol harter Arbeit und Kraft. Stilistisch trägt die Skulptur deutliche Züge der Arbeiterdarstellungen aus dem "Dritten Reich", erkennbar an den übertriebenen Muskelpartien und den charakteristischen Gesichtszügen des Holzknechts. Trotz ihrer Entstehung nach dem Zweiten Weltkrieg spiegelt sie somit noch immer die Ästhetik dieser vergangenen Epoche wider. Als Teil des Wiederaufbaus Dortmunds steht diese Skulptur nicht nur für historische Kontinuität sondern auch für den Neuanfang einer Stadt, die ihre Identität neu formt.
