Bauplastik

SkulpturBaukunst

Künstler: Wilhelm Kreis

Jahr: 1912

Diese Skulpturengruppe aus Sandstein, geschaffen von Wilhelm Kreis im Jahre 1912, ziert die südliche Fassade des ehemaligen Theodor Althoff Kaufhauses am Hansaplatz in Dortmund. Die beiden mythologischen Figuren sind Teil des dekorativen Ensembles eines Erweiterungsbaus, der unter dem Leitgedanken "Schönheit der Konstruktion und der Raumlösung" entstand. Der linke Pfeiler trägt eine muskulöse männliche Figur, die mit klassischer Plastizität nahezu heroisch nackt dargestellt ist und sich durch eine Keule als Herakles identifizieren lässt. Sein weibliches Gegenstück auf dem rechten Pfeiler hält ein Füllhorn und könnte Aphrodite oder Fortuna darstellen. Die Figuren stehen auf Halbpfeilern neben einem repräsentativen Hauptportal, das durch einen großen Fensterbogen akzentuiert wird. Sie wenden sich über das Portal hinweg einander zu und ihre kräftige Ausarbeitung sowie der deutliche Kontrapost sorgen für gute Sichtbarkeit aus verschiedenen Blickwinkeln. Inhaltlich verbinden sie die Funktion des Gebäudes als Modegeschäft mit den Attributen ihrer mythischen Identitäten: Aphrodite symbolisiert Schönheit und Anmut, während Herakles für hart erarbeiteten Erfolg steht – eine mögliche Allegorie auf den Unternehmergeist. Fortuna wiederum repräsentiert Reichtum und Überfluss. Wilhelm Kreis' architektonische Gestaltung orientierte sich an Vorbildern wie Alfred Messel und Josef Maria Olbrich, indem er historisierende Monumentalität mit neoklassizistischen Elementen kombinierte. Seine Werke zeichnen sich durch eine eklektische Aufnahme zeitgenössischer Strömungen aus.