Josef Wentzler
Josef Wentzler, ein Architekt und Künstler, der hauptsächlich mit Sandstein, Bronze und Kalkstein arbeitete, schuf bedeutende Werke in den 1920er und 1930er Jahren. Seine Ausbildung absolvierte er an Baugewerkschulen sowie einer Kunstgewerbeschule und sammelte Erfahrungen in verschiedenen europäischen Städten. Während des Ersten Weltkriegs konzentrierte sich Wentzler auf die Gestaltung von Kriegerfriedhöfen und -denkmälern. Nach dem Krieg gründete er eine erfolgreiche Bürogemeinschaft mit Heinrich Strunck in Dortmund, wo sie gemeinsam rund 180 Wettbewerbserfolge feierten.
Zu ihren herausragenden Arbeiten zählen die Torbauten, Trauerhalle und das Krematorium des Dortmunder Hauptfriedhofs sowie das Bootshaus des Ruderclubs „Hansa“. Das Duo war auch für diverse Landhäuser verantwortlich. Ihr Schaffen umfasste neben zahlreichen Friedhofsanlagen auch öffentliche Gebäude wie Rathäuser und Theater.
Wentzlers Entwürfe zeichneten sich durch einen Übergang vom Reformstil zur gemäßigten Moderne aus; besonders bemerkenswert ist die Lutherkirche in Datteln mit ihrer Verbindung von modernen Grundformen und expressionistischen Elementen. Trotz seines Beitritts zur NSDAP im Jahr 1933 wurden seine späteren Werke wie die Deutschlandhalle für die Olympischen Spiele in Berlin weniger realisiert.
Sein künstlerisches Vermächtnis beinhaltet unter anderem das Kriegerdenkmal in Lütgendortmund (1929), gefertigt aus Sandstein und Bronze zusammen mit Theodor Nöker und Heinrich Strunck, sowie weitere Denkmäler in Kirchderne (1934) aus Sandstein und Dorstfeld (1934) aus Kalkstein, letzteres entstand mit Heinrich Bayer. Josef Wentzler verstarb 1942 in Dortmund und wurde auf dem von ihm geprägten Dortmunder Hauptfriedhof beigesetzt – einem Ort, der als sein Hauptwerk gilt.
