Lee Ufan
Lee Ufan (*24. Juni 1936 in Haman-gun, Südkorea) ist ein koreanisch-japanischer Maler, Bildhauer und Philosoph. Er zog Mitte der 1950er-Jahre nach Japan, um an der Nihon-Universität Philosophie zu studieren, und wurde in den 1960er-Jahren zur Schlüsselfigur der Künstlergruppe Mono-ha („Schule der Dinge“). Diese Bewegung rückte das Zusammenspiel von natürlichen, größtenteils unbehandelten Materialien (z. B. Stein, Holz, Metall) und den sie umgebenden Raum in den Mittelpunkt. Kunst sollte dabei nicht „erschaffen“, sondern arrangiert werden.
1971 repräsentierte Lee Ufan sein Heimatland auf der 7. Pariser Biennale, was ihm zum internationalen Durchbruch verhalf. Seit den 1970er-Jahren lebt er hauptsächlich in Paris und Tokio und wirkte unter anderem als Professor an der Kunsthochschule Tama in Tokio. In seinen minimalistischen Arbeiten verbindet er ostasiatische mit europäischen Traditionen und lenkt den Blick auf das Verhältnis von Werk, Betrachter und Umgebung. 2001 erhielt er den Praemium Imperiale für Malerei. 2010 wurde Lee Ufan auf der japanischen Insel Naoshima ein eigenes Museum gewidmet, 2022 eröffnete das Lee-Ufan-Museum in Arles/Südfrankreich.
