Wilhelm Wulff
Wilhelm Wulff, geboren in Wehringsen nahe Soest, erlernte die Kunst der Bildhauerei an der Holzschnitzschule im schlesischen Bad Warmbrunn und vertiefte seine Fähigkeiten unter Georg Tappert in Worpswede. Seine künstlerische Laufbahn war geprägt von einer frühen Beteiligung an avantgardistischen Ausstellungen wie 1923 in der Berliner Galerie „Der Sturm“, wo er mit konstruktivistischen Werken hervortrat. Später kehrte Wulff zu realistischeren Formen zurück, was durch Aufenthalte in Paris Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre beeinflusst wurde. Er fertigte Porträts für Industrielle des Ruhrgebiets an und stellte seine Arbeiten auf bedeutenden Ausstellungen aus.
Wulffs Schaffen umfasste Mahnmale sowie Grab- und Ehrenmale, die vornehmlich aus Bronze gefertigt wurden, darunter das Gedenkmal für die Opfer eines Grubenunglücks von 1935 (1936) oder das Ehren- und Grabmal für Opfer verschiedener Grubenunglücke (1952). Auch ein Kriegerdenkmal in Mengede aus Naturstein und Ziegel (1941) zeugt von seinem Wirken. Besondere Bekanntheit erreichte er durch den "Wettersteiger", eine Skulptur für die Harpener Bergwerks AG, welche heute noch in Dortmund steht – geschaffen zwischen 1955 und 1958.
Eines seiner bedeutsamsten Spätwerke ist die Porträtbüste des Bundespräsidenten Dr. Heinrich Lübke aus dem Jahr 1964. Wilhelm Wulff verstarb kurz vor seinem neunundachtzigsten Geburtstag im April 1980.
