Das größte Museum Deutschlands – Internationaler Museumstag 2026
17.05.2026

Wer sagt eigentlich, dass ein Museum immer vier Wände, feste Öffnungszeiten und eine Ticketkasse braucht? In diesem Museum sind über 100.000, vielleicht sogar über 500.000 Kunstwerke ausgestellt. Es ist so groß, dass niemand genau weiß, wie viele Exponate es eigentlich wirklich gibt. Wenn du mit offenen Augen durch deine Stadt gehst, merkst du schnell: Der öffentliche Raum ist das eigentlich größte Museum Deutschlands – denn es gibt nicht nur überall Kunstwerke zu besichtigen, sondern auch wunderbare Architektur oder Naturmonumente zu entdecken.

Skulpturen im Park, Kunst am Bau an öffentlichen Gebäuden, künstlerische Interventionen auf Plätzen oder an Brücken – all das erzählt Geschichten, kommentiert die Gesellschaft und prägt unser Bild von der Stadt, in der wir leben. Mein Tipp: Verknüpfe deinen Besuch im Museum mit einem kleinen Spaziergang. Schau dich auch um die Museen herum um – gehe mit offenen Augen durch die Stadt und du wirst auch im Außenraum tolle Kunst entdecken und das ganz ohne Eintritt zu zahlen. Im Ruhrgebiet geht das super, da liegen viele Museen auf engstem Raum beieinander. Meine 3 Empfehlungen findest du weiter unten.

Was ist eigentlich der Internationale Museumstag?

Der Internationale Museumstag wurde 1977 vom International Council of Museums (ICOM) ins Leben gerufen, um weltweit auf die gesellschaftliche Bedeutung von Museen aufmerksam zu machen.1 Seit 1992 steht er jedes Jahr unter einem wechselnden Motto und wird in Deutschland an einem dem 18. Mai nahe gelegenen Sonntag begangen. Ziel des Aktionstages ist es, das breite Spektrum der Museumsarbeit und die Vielfalt der rund 6.500 Museen in Deutschland sichtbar zu machen – von der Sammlungs- und Forschungsarbeit bis hin zu Bildung, Dialog und kulturellem Austausch. Zahlreiche Häuser beteiligen sich mit Sonderführungen, Blicken hinter die Kulissen, Workshops, Museumsfesten oder freiem Eintritt und laden Besucherinnen und Besucher ein, Museen als offene Orte des Austauschs und der Verständigung zu erleben.

Im Folgenden findest du also drei Museen in Bochum und Herne, die du vielleicht noch nicht kennst und leicht an einem Tag erkunden kannst. Rund um die Museen gibt es weitere Möglichkeiten, spazieren zu gehen und Cafés, Galerien und weitere Kulturorte zu erkunden.


1. Museum unter Tage und Situation Kunst

Das Museum unter Tage (MuT) in Bochum wurde 2015 eröffnet und liegt landschaftsschonend vollständig unter der Erde auf der Hauptachse des Schlossparks Haus Weitmar – über Tage sichtbar sind nur zwei dunkle Kuben. Es bildet gemeinsam mit Situation Kunst (für Max Imdahl) ein Museumsensemble mit bedeutenden Werken der Gegenwartskunst im Park von Haus Weitmar. Im Museum unter Tage widmet sich eine etwa 1.000 Quadratmeter große Dauerausstellung unter dem Titel „Weltsichten“ der Landschaftskunst vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart – vom klassischen Ölgemälde bis zur raumfüllenden Video-Installation. Weitere Flächen stehen für Wechselausstellungen zur Verfügung, die teils in Kooperation mit der Ruhr-Universität entstehen.

Der Park von Haus Weitmar hat aber noch mehr zu bieten als das Museum unter Tage. Im Park vertreilt finden sich zahlreiche Kunstwerke (teils versteckt im Wald), wunderschöne alte Bäume, historische Gebäude, ein idyllischer See und viel Platz zum Entspannen und Sonne genießen. Die Situation Kunst ist sogar kostenlos zu besichtigen und auch die Galerie Ruttkowski;68 lädt in direkter Nähe zum Erkunden ein. Im gesamten Park gibt es also viel Kunst zu entdecken und auch ein gutes Café, um sich zwischen den Museumsbesuchen wieder zu stärken.


2. Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum

Die Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum wurden 1975 gegründet und befinden sich im Gebäude der Universitätsbibliothek auf dem Campus. Sie vereinen mehrere Bereiche unter einem Dach: eine umfangreiche Antikensammlung mit griechischen, römischen und persischen Artefakten, eine Münzsammlung sowie eine Sammlung Moderner Kunst mit rund 1.000 Werken. Die Moderne- und Gegenwartssammlung zeigt zentrale Entwicklungslinien der US-amerikanischen und europäischen Kunst seit der Nachkriegsmoderne und umfasst Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Josef Albers, Alberto Giacometti, Joseph Beuys oder Donald Judd. In wechselnden Präsentationen, thematischen Ausstellungen und künstlerischen Interventionen werden diese Bestände immer wieder neu kontextualisiert und mit der Architektur des Campus in Dialog gesetzt.

Nach dem Besuch der kostenlosen Ausstellung lohnt sich ein Spaziergang über den Campus. Die Ruhr-Universität Bochum beherbegt viele Werke, die zu Kunst am Bau zählen. Ihre markante Brutalismus-Architektur mit Sichtbeton trifft zwar nicht jeden Geschmack, aber vom Mensa-Gebäude ergibt sich ein wunderbarer Blick über das Lottental und auch der Botanische Garten ist zu dieser Jahreszeit in voller Pracht. Kunst wird am Campus nicht als Dekoration verstanden, sondern als integraler Teil der Universitätsarchitektur. Der Schriftzug über den Kunstsammlungen wurde übrigens kürzlich restauriert und verkündet nicht nur den Namen des Museums, sondern ist auch ein Lichtkunstwerk von Mischa Kuball, welches nachts leuchtet.


3. Emschertal-Museum Herne

Schloss Strünkede, ein frühbarockes Wasserschloss im Norden Hernes, ist das größte Haus des Emschertal-Museums und zeigt vielfältige Ausstellungen im historischen Gebäude. Die Dauerausstellungen spannen einen Bogen von archäologischer Ur- und Frühgeschichte – mit Funden wie Mammutknochen und einem Riesenhirsch – über die Geschichte des Schlosses und der Familie von Strünkede bis hin zur Stadtgeschichte von Herne und Wanne-Eickel vor Beginn der Industrialisierung. Regelmäßig wechselnde kulturgeschichtliche Sonderausstellungen beleuchten den regionalen Kontext immer wieder neu. Um das Museum herum ist ein schöner Park zum Spazieren und Kunst beobachten und auch ein Besuch der neulich sanierten Städtischen Galerie lohnt sich.

Cubecrack 1
Cubecrack 1

HD Schrader

Cubecrack 2
Cubecrack 2

HD Schrader

Ohne Titel (MuT)
Ohne Titel (MuT)

Erich Reusch

Was besichtigst du am internationalen Museumstag?

Der Internationale Museumstag ist eine Einladung, Museen neu zu entdecken. Gleichzeitig zeigt er, wie stark Museen mit ihrer Umgebung verwoben sind und wie sehr sie auch die Gesellschaft und Stadtgeschichte reflektieren. Nutze den Tag, um beides zu verbinden: Besuche ein Museum, das dich interessiert, und nimm dir anschließend Zeit, die Architektur, die Grünanlagen oder die Kunst im öffentlichen Raum rundherum zu erkunden. Gehe mit offenen Augen, lass dich treiben und schau, wo Kunst dich überrascht – an Fassaden, in Innenhöfen, auf Plätzen oder in Parks. Schreib deine Pläne oder dein Lieblingsmuseum gerne unten in die Kommentare! Es kann sicherlich als Inspiration für andere dienen.

  1. https://icom-deutschland.de/icom-aktivitaeten/internationaler-museumstag/ ↩︎
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